Es bedingt einer Transformation, wenn Selbstorganisation eingeführt werden soll. Doch ist Schmerz wirklich notwendig, um diese (manchmal radikale) Veränderung voranzutreiben? In diesem Artikel untersuchen wir, ob Krisen und Herausforderungen unvermeidliche Startpunkte für Transformationen sind oder ob es auch alternative Wege gibt, um Wandel proaktiv und ohne Leidensdruck zu gestalten.
Krisen und Herausforderungen zwingen Unternehmen häufig dazu, ihre bestehenden Strukturen und Prozesse zu überdenken. Diese Notwendigkeit zur Anpassung kann als treibende Kraft für tiefgreifende Veränderungen dienen. Wenn ein Unternehmen in eine Krise gerät, sei es durch wirtschaftliche Probleme, technologische Disruptionen oder interne Konflikte, entsteht oft ein unmittelbarer Handlungsdruck.
Schmerz und Unbehagen wirken als starke Motivatoren. In psychologischer Hinsicht wird Veränderung oft als Mittel zur Schmerzvermeidung gesehen. Wenn der aktuelle Zustand zu schmerzhaft wird, steigt die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und tiefgreifende Veränderungen zu akzeptieren.
Einige Experten argumentieren, dass ohne den Druck und die Dringlichkeit, die aus Krisen resultieren, viele Veränderungen nicht stattfinden würden. Die Angst vor Verlust und das Streben nach Verbesserung können starke Triebfedern sein. Eine klassische „Weg-von…“- Motivation
Andererseits gibt es zahlreiche Beispiele von Unternehmen, die proaktiv und ohne schmerzhaften Druck transformiert haben. Diese Unternehmen erkennen frühzeitig die Notwendigkeit zur Anpassung und handeln aus einer Position der Stärke heraus. Sie investieren in Weiterbildung, Innovationskultur und die kontinuierliche Verbesserung ihrer Prozesse, ohne auf eine Krise zu warten.
Ein wichtiger Schritt zur proaktiven Transformation ist die Fähigkeit, frühzeitig den Bedarf für Veränderungen zu erkennen. Dies kann durch regelmäßige Marktanalysen, Mitarbeiterbefragungen und Feedback-Schleifen geschehen. Es bedarf einer angewandten Phänomenologie: „Dem Sehen, was der Fall ist.“ Hört sich trivial an? Der Begriff "angewandte Phänomenologie" beschreibt die methodische Herangehensweise, Phänomene so zu betrachten, wie sie sind, ohne Vorurteile oder vorgefasste Meinungen. Es geht darum, die Realität objektiv wahrzunehmen und die tatsächlichen Gegebenheiten zu erkennen
Sehen, was der Fall ist!
Die Fähigkeit, die Realität unverfälscht wahrzunehmen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, bildet die Grundlage für fundierte Entscheidungen und erfolgreiche Transformationen.
Mitarbeiter sollten aktiv in den Transformationsprozess eingebunden werden. Durch die Förderung von Selbstorganisation und Eigenverantwortung, wie es in den vorherigen Blogeinträgen beschrieben wird, geraten immer mehr Beteiligte in den Stand der Selbstführung, die ein „Hinsehen“ voraussetzt.
Ein weiterer Schlüsselaspekt ist die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter. Unternehmen sollten in Schulungsprogramme investieren, die nicht nur fachliche, sondern auch soziale und methodische Kompetenzen fördern. Der Mensch wird im Kontext der Selbstorganisation nicht als mechanisches Zahnrad erkannt, sondern ihm wird seine biologisch fundierte Ganzheit zugesprochen.
Der Mensch besitzt Tiefe, wie Würde, seines Menschseins. Der Einzelne ist nicht nur Problemlöser, sondern besitzt nach unserer Auffassung auch die Möglichkeit über sich und sein Problem hinaus zu gehen.
Moderne Technologien bieten zahlreiche Möglichkeiten, Transformationen zu unterstützen. Durch den Einsatz von Kollaborations- und Kommunikationstools können Unternehmen Transparenz und offene Kommunikation fördern, wie im Ansatz der Selbstorganisation betont wird.
Die Werkzeuge sind vielfältig, aber der Trend zur Dezentralisierung durch Kommunikation ist überdeutlich. Niemals in der Geschichte der Menschheit war es einfacher, die Verbindung zu halten. Technisch! Denn tatsächliche Verbindung, abseits der Oberflächlichkeit ist ein eigenes Thema:
Siehe Blogeintrag: Alterozentrik - Der Blick über den Tellerrand
Dieser Zungenbrecher ist ein lateinischer Ausdruck, der aus dem stoischen Denken stammt und "das Vorhersehen des Schlechten" oder "das Vorhersehen der Übel" bedeutet.
Diese Praxis beinhaltet die bewusste Vorstellung und Reflexion über mögliche negative Ereignisse und Schwierigkeiten, die in der Zukunft eintreten könnten. Das Ziel dieser Übung ist es, sich mental auf Widrigkeiten vorzubereiten, um die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und die emotionale Reaktion auf unvorhergesehene Probleme zu mildern. Indem man sich vorstellt, wie man mit möglichen negativen Situationen umgehen könnte, entwickelt man eine innovative Haltung.
Denn wer die Möglichkeit eines Eisberges sieht, kann frühzeitig neue Wege drum herum finden. Und vielleicht ist die neue Route eine grundsätzlich bessere…?
Schmerz und Krisen sind nicht zwingend notwendig für erfolgreiche Transformationen. Durch proaktives Handeln, die Förderung einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und die Integration von Selbstorganisation und Alterozentrik (siehe hier) können Unternehmen nachhaltige und positive Veränderungen erreichen. Der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Erkennung von Veränderungsbedarf und der aktiven Einbindung der Mitarbeiter.
Ein erstes unverbindliches Kennenlernen oder gleich ein Sparringgespräch zu möglichen Herangehensweisen?
Wagen Sie den ersten Schritt.