Agile Methoden wie Scrum, Kanban und Business Agilität haben vielen Unternehmen geholfen, ihre Produkte und Projekte mit weniger Risiko, höherer Flexibilität und schnellerer Reaktionsfähigkeit abzuwickeln und ihre operative Arbeit effizienter zu gestalten.
Vor allem auf Team-Ebene bringen agile Methoden klare Vorteile:
Doch wenn Organisationen versuchen, diese Methoden zu skalieren, stoßen sie oft auf organisatorische bzw. prozessbedingte Grenzen und verlieren diese Vorteile.
Um diese Mechanik zu verstehen, schauen wir auf die zugrundeliegenden Dynamiken in agilen Teams, um die Wurzeln für die agilen Vorteile zu enthüllen. Was machen agile Teams anders als klassische Teams? Welche Werte und Mandate haben sie?
Erfolgreiche agile Teams bauen auf folgende Prinzipien auf:
Agile Methoden implementieren diese Prinzipien in ihren Ritualen, Artefakten und Prozessen und ermöglichen dadurch, dass Menschen auf einem anderen Niveau zusammenarbeiten. Doch bei der Skalierung werden diese Prinzipien nicht auf die Organisationsebene mit skaliert:
Projekte werden intern agil aufgesetzt, sind aber weiterhin an eine Budgetplanung von 3, 6 oder sogar 12 Monaten gebunden. Somit können sie nicht ausnutzen, dass sie sich auf Basis ihrer Erkenntnisse im Projekt monatlich neu orientieren könnten und arbeiten weiter an Themen, die sie bereits als ineffizient oder sogar ineffektiv erkannt haben.
Im Team werden die Probleme offen auf den Tisch gelegt und gemeinsam eine Lösung gefunden, die somit nachhaltig und praktikabel ist. Da alle bei der Diskussion dabei waren, erfolgt die Umsetzung ohne Widerstand und schnell. Im Kontext der Organisation werden Teammitglieder jedoch damit konfrontiert, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird – oft ohne Kommunikation über die Auslöser oder Einflussfaktoren für solche Entscheidungen – und müssen nun mit der Entscheidung leben.
Die Erfahrung zeigt, dass die direkte Skalierung von agilen Methoden und Techniken, ohne die Anpassung aller relevanten Prozesse der Organisation entsprechend den Prinzipien, zu Stagnation oder zum Scheitern verurteilt ist.
Ein Blick auf die Erfolgsbeispiele in Österreich und weltweit zeigt, dass diese Prinzipien als Basis genommen und im vorgegebenen Rahmen danach ausgerichtet wurden. Obwohl die genaue Formulierung der Prinzipien unterschiedlich ist, bleibt ihre Essenz gleich.
Koldo Saratxaga, der mit seinem Team mehr als 120 Unternehmen rund um Bilbao (Spanien) begleitet hat, formulierte es so: „Menschen sind von Natur aus verantwortungsvoll, fähig und motiviert.“
Und Ricardo Semler, der mit seinem Institut mehr als 1000 Unternehmen international auf ihrer Reise unterstützt hat, betonte oft, dass es essentiell ist „Erwachsene als Erwachsene zu behandeln.“
Wenn wir also wieder auf die Prinzipien zurückblicken, können wir diese nun anders erläutern:
Wenn also die Prinzipien konsistent umgesetzt werden, kommen die Menschen und Methoden zusammen und erreichen für die Organisation:
Die meisten Organisationen machen ein Pilot-Projekt und versuchen dann, die erfolgreich etablierten Methoden und Lösungen zu verbreiten. Andere nutzen eine Krisensituation aus, um einen großen Schritt nach vorne zu machen und ändern vieles auf einmal. Unabhängig von der Geschwindigkeit des Wandels kommt jede Reise an einen Punkt, an dem das neue Weltbild auf das alte trifft.
In diesem Fall kommt es entweder zu einer Stagnation, bei der die neuen Methoden zwar einige Vorteile bringen, aber nicht ihr volles Potenzial entfalten können, oder es kommt zu Frustration und Rückfällen, weil die neuen Methoden aufgrund des „Glasdach“-Effekts als gescheiterter Versuch wahrgenommen werden. Im Idealfall wird erkannt, dass die Prinzipien auf andere Aspekte der Organisation angewendet werden müssen, um den Zielzustand zu erreichen, und die Reise geht weiter, oft in unerwartete Höhen.
Jede Organisation ist eingeladen, in den Spiegel zu schauen und ihren aktuellen Zustand zu erkennen, um ihre eigene Zukunft bewusst gestalten zu können.
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